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Nahversorgung in den Stadtteilen: Was sagen die Dorf-Bewohner?

Bild: Frauenpower für die ländliche Nahversorgung (von links oben nach rechts unten): Die Neudorferin Simone Bienossek betreibt den Aufenauer Dorfladen „Mittelpunkt“, Anja Piston-Euler und Ulrike Talmon stammen aus Waldensberg.


Die Ideen und Projekte der Freien Wächter bringen einen frischen Wind in den Wächtersbacher Kommunalwahlkampf. Jetzt melden sich einige „erwachsene Dorfkinder“ zu Wort. Ihnen liegt besonders ein Thema am Herzen: Die Nahversorgung auf dem Land und die Stärkung der ortsübergreifenden Gemeinschaft. Sie regen ihre Mitbürger zur Diskussion und Mitwirkung an. 

Das Sterben kleiner Lebensmittel-Läden macht leider auch vor den Wächersbacher Stadtteilen nicht halt. In den Taldörfern gibt es außer dem Aufenauer „Mittelpunkt“ nur noch den Direktvermarkter „Weidenhof“ in Neudorf, der für die Nahversorgung auf dem Land sorgt. Auch einen Bäcker oder Metzger sucht man mittlerweile vergebens.Einen intensiveren Blick haben die Freien Wächterinnen Simone Bienossek, Anja Piston-Euler und Ulrike Talmon aus gegebenem Anlass jedoch auf die Spielberger Platte geworfen: Die Ortsteile Leisenwald und Wittgenborn sollen mit einem neuen Baugebiet, beziehungsweise einem größeren Kindergarten und Waldensberg mit einer Seniorendependance „aufgewertet“ werden. Aber was ist mit der Nahversorgung? Gibt es vielleicht auch Möglichkeiten sich auf einen Kaffee zu treffen oder eine Vorstandssitzung abzuhalten?

Früher gab es in jedem Dorf Tante-Emma-Läden, Metzger und Bäcker. Der letzte Lebensmittelladen in Waldensberg hat Ende vergangenen Jahres seine Tore altersbedingt geschlossen. Nun gibt es nur noch einen Bäcker in Wittgenborn und einen Metzger in Leisenwald, der zusätzlich mit seinem „Metzgerauto“ die Wächtersbachter Stadtteile mit seinen Produkten versorgt. In Waldensberg gibt es eine weitere Metzgerei, die hoffentlich bald ihre Verkaufsräume wieder öffnen kann. Der mobile Supermarkt der BWMK bietet den Bürgern von Leisenwald und Wittgenborn bereits wöchentlich seine Lebensmittel an, sicherlich kann der Verkaufswagen auch bald in Waldensberg halten.

Es wird schwierig werden, in allen drei Orten jeweils eine Möglichkeit zum Einkaufen und gemütlichen Zusammensein zu schaffen. „Aber gerade hier ist auch Platz zum Träumen und Wünschen“, findet Simone Bienosssek, die seit über fünf Jahren den Aufenauer Dorfladen „Mittelpunkt“ betreibt. „In Zusammenarbeit mit verschiedenen Gremien kann eine Ausarbeitung der Möglichkeiten und der Wünsche der Bürger erfragt werden“, so Bienossek weiter. Die Ortsbeiräte aus Waldensberg und Leisenwald haben hier bereits ihre Ideen und Wünsche geäußert, die sich lohnen, umgesetzt zu werden. Ulrike Talmon kann sich vorstellen, „dass wir diese Bemühungen unterstützen und unsererseits versuchen entsprechende Kontakte herzustellen“. Ein Dorfladen in einem kleinen Ort kann nur funktionieren, wenn die Bewohner das Projekt aktiv unterstützten.

Gerade im Hinblick auf die geplante Seniorendependance in Waldensberg ist vieles möglich, auch generationenübergreifend. „Hier könnte ein Platz entstehen, wo Jung und Alt voneinander lernen und profitieren könnten. Es könnte daraus ein gemeinsamer Platz für Senioren und Jugendliche entstehen,“ meint Anja Piston-Euler. „Wir haben unseren Ideenkatalog erstellt, uns ist aber zunächst eine Rückmeldung der Dorfbewohner wichtig. Wir werden daraufhin die Umsetzbarkeit prüfen, um ein attraktiveres Landleben zu gestalten. Lassen Sie uns wissen, was SIE möchten. Sprechen Sie uns an, diskutieren Sie mit auf der Facebookseite „Wächtersbacher Politikgebabbel“ oder schreiben Sie uns eine E-Mail an freie.waechter@gmail.com.“ Die drei Wächterinnen appellieren: „Lassen Sie uns das Dorfleben gemeinsam gestalten! Gerade in Corona Zeiten hat sich gezeigt, dass eine funktionierende Dorfgemeinschaft wichtig ist.“