Daniela Ries (45), Mutter von vier teilweise erwachsenen Kindern, kandidiert bei der Kommunalwahl am 15. März 2026 für die Freien Wächter und bewirbt sich unter anderem um einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung von Wächtersbach.
In der kommenden Legislaturperiode möchte sie gemeinsam mit den Freien Wächtern einen Prüfauftrag für die Einrichtung eines Geburtshauses in Wächtersbach auf den Weg bringen.
Wächtersbach zählt rund 12.700 Einwohner und verzeichnet jährlich etwa 120 Geburten. Rein rechnerisch ließen sich daraus – bezogen auf Wächtersbacher Familien – rund 40 Geburten pro Jahr in einem Geburtshaus ableiten.
Tatsächlich ist jedoch von deutlich höheren Zahlen auszugehen, da Geburtshäuser in der Regel einen Einzugsradius von bis zu 60 Kilometern abdecken.
Die nächstgelegenen Einrichtungen befinden sich derzeit im Bereich Rhön sowie im Raum Frankfurt und verzeichnen eine hohe Nachfrage – auch von werdenden Eltern aus dem hiesigen Gebiet.
Ein Geburtshaus versteht sich ausdrücklich nicht als Ersatz für eine Klinik, es richtet sich an Frauen mit risikofreien Schwangerschaften und Geburten. Neben Entbindungen umfasst das Angebot in der Regel auch Geburtsvorbereitungskurse, Vor- und Nachsorge, Rückbildungskurse sowie Stillberatung.
Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Selbstbestimmung der Frau – die Möglichkeit, in ruhiger, persönlicher Atmosphäre und individuell begleitet zu gebären.
„Die Idee entstand aus vielen Gesprächen mit jungen Frauen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen. Viele empfinden die Suche nach einer Hebamme oder einem geeigneten Ort für die Entbindung als sehr schwierig“, erklärt Daniela Ries.
Zur Vorbereitung des Vorhabens wurden bereits Gespräche mit Ärzten sowie mit bestehenden Geburtshäusern geführt und umfassende Informationen eingeholt. Dabei ging es insbesondere um organisatorische Voraussetzungen, Kooperationsmöglichkeiten sowie Erfahrungswerte aus bestehenden Einrichtungen.
Daniela Ries ist die Klarstellung wichtig, dass weder durch den Prüfauftrag noch durch eine mögliche Errichtung eines Geburtshauses unmittelbare Bau- oder Betriebskosten für die Stadt entstehen würden.
Geburtshäuser werden in der Regel durch externe Träger oder freiberufliche Hebammen betrieben. Es handelt sich um medizinische Einrichtungen, deren Leistungen vollständig von
den Krankenkassen übernommen werden.
Für die Stadt könnten sich im Gegenteil positive Effekte ergeben – beispielsweise durch Mieteinnahmen bei Nutzung geeigneter Immobilien sowie durch eine zusätzliche Belebung des Standortes.
Zusätzlich ist die Ausgangslage aktuell günstig: Das Land Hessen fördert seit August 2024 die Gründung von Geburtshäusern, um die geburtshilfliche Versorgung weiter auszubauen und insbesondere im ländlichen Raum zu stärken. Diese Fördermöglichkeiten könnten im Rahmen eines positiven Prüfergebnisses ein wichtiger Baustein für die Realisierung sein.
Auch innerhalb der Fraktion der Freien Wächter erfährt das Vorhaben Unterstützung.
Monika Heil betont: „Ich unterstütze Daniela bei ihrer Idee, weil ich es als eine gute Entwicklung für Wächtersbach sehen würde, zumal es bereits jetzt sehr schwierig ist, Termine bei Fachärzten wie Gynäkologen oder Kinderärzten zu bekommen. Ein Geburtshaus könnte hier zusätzliche Impulse setzen und Entlastung bringen.“
Fraktionsvorsitzender Frank Hilliger ergänzt: „Tatsächlich liegt Wächtersbach geografisch sehr gut als Ergänzung zu den Kliniken mit Entbindungsstationen in Gelnhausen, Hanau und Fulda.“
Als möglichen Standort kann sich Daniela Ries den noch freien Flügel der Rentkammer vorstellen. „Die direkte Nähe zu den Ärzten die ebenfalls in die Rentkammer ziehen und dem gegenüber liegendem Familienkreis könnte sich gut ergänzen“, so Ries. Auch die Tatsache, dass der stationierte RTW innerhalb sehr kurzer Zeit für einen eventuellen Transport in eine Klinik vor Ort sein könnte, spreche für den Standort.
Sicherlich gibt es in Wächtersbach auch andere alternative Gebäudemöglichkeiten, wo ein solches Angebot errichtet werden kann, von dem nicht nur Wächtersbacher Familien profitieren können, sondern auch werdende Eltern im Vogelsberg und den ländlicheren Gegenden im Umkreis. Somit ist Wächtersbach auch für das regionale Einzugsgebiet attraktiv und könnte sein Profil als familienfreundliche Stadt weit über den Main-Kinzig-Kreis hinaus stärken.
„Familienfreundlichkeit fängt bei der Geburt an und das möchte ich erreichen“, so Daniela Ries abschließend.
